Bewusstseinserweiterung mit der Handy-Kamera

Ausflug aufs Holodeck gefällig? Star-Trek-Fans sind schon lange vertraut mit der Idee einer „Augmented Reality“ – einer Realität, die durch computergenerierte, virtuelle Elemente eine zusätzliche, gänzlich neue Dimension bekommt. Science-Fiction-Hirngespinste eskapistischer Träumer? Mitnichten. Schon heute wird eifrig mit Spielarten der Erweiterten Realität experimentiert – beispielsweise in Form von virtuellen Stadtführern, bei denen der User mit Hilfe seiner Handykamera Informationen zu den Sehenswürdigkeiten abruft, vor denen er gerade steht. Die Applikation „Wikitude AR Travel Guide“ für Googles Android-Plattform zeigt, wohin die Entwicklung hier in Zukunft gehen kann.  Auch im technischen und medizinischen Bereich eröffnet Augmented Reality ungeahnte Möglichkeiten: zum Beispiel den „Röntgenblick“, der den Arzt bei der Operation mit aktuellen CT- oder Ultraschall-Bilddaten unterstützt. Ebenso denkbar: die Verknüpfung von Positions- und Bilddaten mit zusätzlichen Informationen für die Wartung von industriellen Anlagen oder im Katastrophenschutz.

Bereits jetzt gibt es zudem kreative Ansätze, Augmented Reality auch im Werbesektor für crossmediale Kampagnen nutzbar zu machen. So realisierte Lego bereits ein System, in dem die Schachtel eines Produkts vor die Webkamera gehalten wird und der Bildschirm daraufhin ein animiertes Modell des enthaltenen Spielzeugs visualisiert. Der Autohersteller Ford nutzte Code-Sticker und Handy-Kamera, um dem User eine 3D-Darstellung des Modells KA auf das Display zu zaubern.

Doch welche Faktoren müssen zusammenspielen, um eine Erweiterte Realität erzeugen zu können? Auf den ersten Blick gar nicht viel: eine (Handy-)Kamera, ein Tracking-System wie GPS und die entsprechende AR-Software. Natürlich treten in der Umsetzung noch gravierende Probleme auf, die es langfristig zu lösen gilt, um die Effizienz der Systeme zu steigern: etwa die Leistungsfähigkeit von Akkus und Bilderfassung sowie die durchgehende Verfügbarkeit präziser Positionsdaten. Doch die ersten Schritte sind getan – und es ist jetzt schon abzusehen, dass Augmented Reality unsere Kommunikation und die Wahrnehmung der Umwelt vielleicht ähnlich revolutionieren wird wie in den 1990er Jahren das Internet.

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1 Kommentar

  1. Sven Ahrend @ November 9th, 2009

    Was wird unsere Zukunft nicht revolutionieren?
    Irgendwann wird es nicht unähnlich dem Film Wall E sein.

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