Von Google lernen
Toll, was man im Internet mit Flash & Co. alles anstellen kann! Ja. Man kann, muss aber nicht. Oft wirken Webseiten wie unaufgeräumte Kinderzimmer – da wird mit allem Möglichen rumgespielt und über den vielen bunten Bauklötzchen dann vergessen, die Hausaufgaben zu machen. Seien wir mal ehrlich: Mittlerweile weiß jeder Internet-User, welch tolle Animationen sich mit Flash erstellen lassen – aber wohl kaum einer von uns hat noch nicht geflucht, wenn ihm beim Aufrufen einer Webseite wieder mal ein minutenlanges Intro ohne jeden Informationsgehalt die Zeit gestohlen hat. Oder weil die Navigation zwar ultraschick aussieht, aber alles andere als praxistauglich ist.
Es geht nicht darum, permanent zu zeigen, was man alles machen kann. Die eigentliche Kunst besteht darin, die verfügbaren Werkzeuge so einzusetzen, dass am Ende etwas Sinnvolles und vor allem Benutzerfreundliches dabei herauskommt. Google hat mit seiner Suchmaschinen-Seite dabei vor zehn Jahren echte Pionierarbeit geleistet: Als noch alle trunken waren von Flash-Schnickschnack, eingebundenen Video- und Soundspielereien und aufpoppenden Browser-Fenstern, traute sich das US-Unternehmen mit einer minimalistisch gestalteten Such-Seite auf den Markt: Ein Texteingabefeld, ein Logo, fertig. Erfüllt seinen Zweck, kostet keine unnötigen Ladezeiten und ist kinderleicht zu bedienen.
Nicht umsonst hat Google mittlerweile eine marktbeherrschende Position erreicht. Das liegt sicher großteils an der ausgefeilten Suchmaschinen-Technologie und an einer äußerst geschickten Marktpolitik, aber auch an der überragenden Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität, die Google-Produkte generell auszeichnet. Wer etwas sucht, will es eben schnell finden und sich dabei nicht erst durch einen Wust von blinkenden C-Promi-News-Bildchen klicken oder alle paar Minuten ein schickes Werbebanner vor das Eingabefeld geschoben bekommen.
Doch viele Webdesigner haben die Google-Lektion bis heute nicht gelernt. Immer noch gibt es Unternehmens-Auftritte, bei denen die glitzernde Verpackung wichtiger zu sein scheint als der Inhalt. Dabei ist die Konzentration auf das Wesentliche doch eigentlich eine Tugend, der im Business-Bereich ein besonders hoher Stellenwert zukommt. Und Schlichtheit und Schnelligkeit können im Web manchmal so unglaublich schick sein …
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