Wie Marken Ohren strapazieren können

Uff, ein bisschen hübscher hätte ich mir das schon vorgestellt. Ich kopiere versuchsweise die URL von www.coca-cola.de in das Eingabefeld von www.codeorgan.com und warte, bis die virtuelle Orgel den Code der Coca-Cola-Website in Musik umgerechnet hat. Nein, das klingt nicht nach spritzigem Sommersonnenfeeling wie in der TV-Werbung: da holpert ein Drumloop unbeholfen vor sich hin, darüber wabern synthetische Streicherklänge. Melodie? Keine Spur.

Ich versuche es noch mit anderen Marken-Websites: www.adidas.de zum Beispiel. Oder www.siemens.de. Letztere erschöpft sich klangmäßig in einem einzigen Ton und ein paar verebbenden Hi-Hat-Zischern.

Nein, das witzige Lärminstrument Codeorgan, das die Codes von Websites nach einem raffinierten System in Klänge umsetzt, schreibt nicht den Soundtrack für Ihr Unternehmen. Die musikalische Kreativität der Orgel hat es nicht so mit Harmonie oder dynamisch groovenden Beats, die eine Marke akustisch attraktiver machen könnten. Ein bisschen erinnern die Ergebnisse an den Youtube-Kult der „Shreds“, bei dem virtuose Musiker mit einer neuen, „andersartigen“ Tonspur unterlegt werden. Dabei mutiert schon mal ein Ausnahme-Gitarrist wie Paco de Lucia zum blutigen Anfänger-Poser.

Zum Schluss hab ich mir von der Codeorgan noch www.angela-merkel.de in Musik übersetzen lassen. Da hat’s mir dann endgültig die Schuhe ausgezogen …

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