Das Logo im Fadenkreuz
Seit Fukushima wird in der Energiedebatte mit härteren Bandagen gekämpft – auch in der Werbung. Und so nimmt sich der Solarstrom-Anbieter SolarWorld in seiner jüngsten Kampagne den Energiekonzern RWE zur Brust und zielt genau dorthin, wo es der Marke am meisten weh tut: aufs Logo. Wie bei horizont.net zu lesen, verfremdete die Bonner Agentur Kreativ Konzept nicht nur das RWE-Logo, sondern auch den Slogan des Konzerns, um bei den Endverbrauchern für den Umstieg zu Erneuerbaren Energien zu werben. Aus „VoRWEg gehen“ (RWE) wird „Weg gehen“, wobei das „R“ hier vor dem „WE“ nach links zur Seite wegkippt.
Eine recht provokante Art der vergleichenden Werbung, bei der man gespannt sein darf, ob dem Ganzen eine juristische Auseinandersetzung folgen wird. Für RWE in jedem Fall eine Gratwanderung. Auf der einen Seite ist das „beschädigte“ Logo ein sehr wirkungsvoller Angriff auf das Image des Energieriesen. Andererseits würde ein vom Zaun gebrochener Rechtsstreit sicherlich das Ansehen von RWE in der Öffentlichkeit weiter schmälern. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die beiden Stromanbieter ihren Kampf um die Gunst der Verbraucher weiter zuspitzen werden. Dabei werden aber auch die gegenwärtigen hiesigen Regelungen in Bezug auf vergleichende Werbung auf eine harte Probe gestellt. Sollte das Beispiel SolarWorld Schule machen, dürften Kampagnen mit Seitenhieben auf die Mitbewerber künftig offensiver ausfallen … und der Verbraucher könnte womöglich sogar davon profitieren, wenn Anbieter nicht mehr mit Samt-, sondern mit Boxhandschuhen in den Werbering steigen würden …
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