Mobile Tagging – die unerschöpfliche Vielfalt der codierten Welten
Die Logistik der Paketdienste wäre ohne sie undenkbar. Sie finden sich auf den Tickets der Deutschen Bahn und auf den Boarding-Karten der Fluggesellschaften: sogenannte QR-Codes (Quick Response Codes), meist quadratisch und briefmarkengroß, die aussehen wie willkürlich angeordnete schwarze und weiße Bildpunkte eines Computerspiels aus den Pionierzeiten der digitalen Unterhaltung.
Im Grunde lassen sich über QR-Codes beliebige Informationen transportieren – besonders vielfältig sind dabei die Möglichkeiten via „Mobile Tagging“ mit Mobiltelefonen: Die Bandbreite reicht von Zahlungs- und Abrechnungssystemen über crossmediale Werbekampagnen bis hin zu Info-Points auf Messen, in Museen und Ausstellungen. Ein Beispiel aus der Werbe-Welt: Der User fotografiert mit seiner Handy-Kamera einen QR-Code von einem Plakat oder aus einer Zeitschrift ab. Ein auf dem Mobiltelefon installierter Decoder entschlüsselt die enthaltene Information und ermöglicht so den interaktiven Zugriff auf weitere Inhalte etwa im Web. Dabei kann es sich um Produktbeschreibungen ebenso handeln wie um Gewinnspiele oder den Download von Grafiken und Klingeltönen.
Sowohl in Japan als auch in den USA ist Mobile Tagging für breite Bevölkerungsschichten bereits seit Jahren etwas Alltägliches. In Europa steht der große Siegeszug erst noch bevor. Eigentlich schade – denn wieder einmal erschwert ein Wirrwarr unterschiedlicher Standards die effiziente Nutzung des ganzen Potenzials der genial einfachen Technologie. Und sicher muss auch die Awareness der Handynutzer für das System noch deutlich gesteigert werden – mit reichhaltigen und verlockenden Mobile-Tagging-Angeboten und einem Höchstmaß an Bedienkomfort durch ab Werk vorinstallierte universelle QR-Reader.
Comments(2)
Ich bin skeptisch ob sich die QR-Codes auch in Europa bzw. Deutschland durchsetzen werden. Was in den USA und Japan funktioniert muss in Europa nicht unbedingt laufen. Gerade die Japaner haben ein ganz anders Verhältnis zum Handy (da laufen z.B. schon seit langem eigens für’s Handy produziert “Fernsehserien).
Prinzipiell bin ich dieser “QR-Sache” durchaus aufgeschlossen, habe aber so meine Zweifel am Erfolg. Das oben genannte Beispiel macht ja im Prinip auch nichts anderes als dass man sich das Eintippen eines Links spart – da fehlt mir irgendwie noch die “Killer-Applikation”.
Ob ich jetzt schnell was abtippe oder warte bis es entschlüsselt wurde… weiß nicht. Wo ist da der Unterschied?