Wegweisende Architektur
Wochenende in Salzburg: im Auto dem Wahnsinn nahe! Eine Verkehrsführung, die dem Ortsfremden die Schweißperlen auf die Stirn treibt! Schilder, überall Schilder – und im Verkehrsgewühl keine Zeit, sie alle zu lesen. Ein Alptraum für den männlichen Tunnelblick! Nebeneffekt für den Fußgänger, der die Szenerie in aller Ruhe in Augenschein nehmen will: Das undurchdringliche Dickicht des Schilderwalds versperrt hartnäckig die Sicht auf die Schönheit der vielfältigen Architektur der Stadt.
Ganz anders in Straßburg: In der Médiathèque Malraux entschied man sich gegen den Schilder-Overkill. Das Bauwerk selbst weist dem Besucher den Weg – mit kunstvoll in den Raum integrierten Pfeilen und Textelementen auf Fußböden, Säulen oder Wänden. Das wirkt frisch und unaufdringlich und erfüllt obendrein noch hervorragend seinen Zweck. Die zunächst nüchtern und kühl anmutende Architektur des Gebäudes strahlt durch die Spielereien mit unterschiedlichen Schriften, Farben und grafischen Elementen sogar plötzlich so etwas wie menschliche Wärme aus. Ein sympathischer, überraschender Effekt, der Schule machen könnte, um dem allgegenwärtigen hässlichen Schilderwahn mit Witz und Fantasie den Kampf anzusagen!
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