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Was ich nicht kenne … wird verboten!

Das Internet – unendliche Weiten. Und unendliche Möglichkeiten. Keine Frage, wer damit vernünftig umgehen oder sogar daraus Kapital schlagen will, braucht ein gehöriges Maß an Medienkompetenz. Doch gerade vielen Entscheidern in unserer Gesellschaft, Politikern wie Unternehmern, fällt es anscheinend derzeit noch schwer, die Dynamik des Internet richtig einzuschätzen. Und was man nicht richtig kennt, von dem geht in der eigenen Wahrnehmung zunächst einmal eine Gefahr aus. Mit dem Ruf nach Verboten ist man dabei stets schnell zur Hand – bei sogenannten „Killerspielen“ ebenso wie beim Surfen am Arbeitsplatz. Schwarzweißmalerei allerorten. Noch.

Denn allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass Internet-Angebote wie Social-Media-Plattformen, die bislang vornehmlich dem privaten Bereich zugeordnet wurden, auch für Unternehmen ein ungeheures Potenzial bieten. Nirgends lässt sich der kontinuierliche Kundenkontakt und Support so unkompliziert, schnell und wirtschaftlich realisieren wie über das Internet. Und so beginnen nach und nach immer mehr Firmen, Facebook & Co. für sich zu entdecken oder betreiben systematische Community-Arbeit. Für die beteiligten Mitarbeiter beginnt damit eine unsichere Gratwanderung, denn die Übergänge von „Beruflich“ zu „Privat“ sind auf Web-2.0-Portalen und Foren nicht selten fließend. Und spätestens hier kommt man mit dem Schwarzweißdenken früherer Internet-Tage nicht mehr weiter. Der effiziente Umgang mit Social Media im betrieblichen Umfeld lässt sich weder mit strikten Verboten noch mit allgemeingültigen gesetzlichen Vorgaben regeln. Jedes Unternehmen tickt anders und braucht einen individuellen Kanon an eindeutigen Richtlinien, die sowohl der Geschäftsleitung als auch dem Mitarbeiter Sicherheit geben. Bei einer Bank oder öffentlichen Einrichtungen müssen solche Regelungen selbstverständlich völlig anders aussehen als etwa in einer Werbeagentur oder einem Handwerksbetrieb.

Wie aber sollen Führungskräfte in Unternehmen klare Regeln für den Umgang mit Internet und Social Media ausarbeiten, wenn sie selbst mit den Chancen und Gefahren des neuen Mediums nur unzureichend vertraut sind? Wertvolle erste Hinweise liefern beispielsweise die aktuellen Handreichungen des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW oder die Tipps einschlägig spezialisierter Anwaltskanzleien. Immerhin: Das Bewusstsein wächst, dass Handlungs- und Klärungsbedarf besteht. Denn welches Unternehmen möchte sich schon auf Dauer die vielfältigen gewinnbringenden Möglichkeiten des neuen Kommunikationskanals Internet durch die Lappen gehen lassen? Leisten kann sich das heute ohnehin kaum jemand mehr, der geschäftliche Erfolge verbuchen will.

Der King wackelt wieder

Erinnern Sie sich noch an den TV-Werbespot von Audi, in dem eine Elvis-Wackelfigur auf dem Armaturenbrett die Hauptrolle spielte? Die Aktion war ungeheuer erfolgreich: Der King als Wackel-Ikone fürs Auto wurde mit einem Schlag zum Kultobjekt, und das kleine Plastikmännchen verkaufte sich wie geschnitten Brot. Kaum eine Straße, kaum ein Parkplatz, kaum eine Kreuzung, an der man nicht in Dutzenden von Fahrzeugen zusehen konnte, wie Elvis die Hüften kreisen ließ.

Audi versteht es, Werbemittel nachhaltig einzusetzen – und Kreativität, Humor und Coolness als prägende Kennzeichen der Marke wirken zu lassen. Längst vergessen geglaubt, holt Audi den King nun noch einmal hervor, um Facebook-User auf die Seite des Ingolstädter Autobauers zu locken: Der letzte verfügbare Wackel-Elvis aus den Werbespots soll im Rahmen eines Gewinnspiels einen liebevollen „Paten“ finden.

„Eine Ikone sucht ihren größten Fan und ein neues Zuhause“ heißt die Aktion, bei der sich User per Foto als die besten Paten für Elvis bewerben können. Wer bis 27. Oktober das coolste Foto an facebook@audi.de einschickt, hat gute Chancen, Besitzer des letzten Wackel-Elvis zu werden. Die bisherigen Einsender beweisen Humor, Mut zum Trash und Unbestechlichkeit: Vom zugemüllten Schreibtisch bis zum Cockpit eines Passagierflugzeugs sind die unterschiedlichsten, nicht immer „Audi-affinen“ Lebensräume für den alten Elvis vertreten. Ein User gelobt gar, im Auto einen Altar zu errichten und jeden Tag für den King ein Räucherstäbchen zu entzünden.

Ein geschickter Schachzug von Audi: Stellte schon der Wackel-Elvis-Werbespot eine untrennbare Verbindung der Automarke mit dem zeitlosen Rock`n´Roll-Idol her, macht Audi jetzt seine TV-Werbung selbst zum Kult, der locker die Jahre überdauert. Auch „Vorsprung durch Technik“ kommt eben nicht ohne ausgeprägte Tradition und Geschichte aus …

Shoppen, wo sich was bewegt

Einkaufen im Internet? Es gibt immer noch Leute, die wollen partout nichts davon wissen. Ihnen fehlt es oft einfach an der haptischen Erfahrung, sie wollen die Dinge erst mal in den Händen gehabt haben, für die sie später ihr Geld hinblättern. Durchaus verständlich, wenn man sich das Gros der Online-Shops so ansieht: In vielen Fällen wird man mit briefmarkengroßen Produktabbildungen abgespeist, auf denen nicht einmal alle Details klar auszumachen sind.

Doch manche Anbieter haben bereits erkannt, dass es spannendere Wege der Produktpräsentation gibt. Schon ein gut gemachtes Video kann potenzielle Kunden mehr in seinen Bann ziehen als jede starre Illustration – das Produkt optimal inszenieren, von seiner besten Seite und in voller Aktion zeigen. Doch das Produktvideo hat weit mehr als nur Unterhaltungswert – auch der Shop-Betreiber selbst profitiert davon. Denn über Einbettungsfunktionen und Möglichkeiten zur Weiterleitung an Facebook, Twitter & Co. entwickelt ein ansprechendes Filmchen unter Umständen eine ungeahnte virale Dynamik, die das Angebot weit über das Shop-Portal hinaus bekannt macht. Auf diese Weise schafft es ein Video, auch Zielgruppen aufmerksam werden zu lassen, die man auf konventionelle Weise vielleicht nie in den Online-Shop hätte locken können. Und der Erfolg ist tatsächlich messbar – unter anderem anhand von Statistiken über Abrufe, Einbettungen und Weiterleitungen.

Doch damit sind die Optionen noch lange nicht erschöpft. In-Video-Shopping beispielsweise erlaubt es dem Betrachter, mitten in einem Clip sofort seinem Kaufimpuls zu folgen, mit der Maus ein Produkt anzuklicken und es seinem Warenkorb zuzufügen – ein ideales Instrument, um etwa über Musikvideos Spontankäufe von CDs und mp3s zu generieren. Unternehmen wie CAVI International oder motionet treiben solche Entwicklungen heute mit Nachdruck voran. Doch der große Durchbruch steht noch aus.

Denn wer per Video Kunden gewinnen möchte, darf Letzteren nicht damit nerven. Immer noch herrscht schließlich die Unsitte vor, vom User gewünschte Inhalte erst einmal mit (im wahrsten Sinn des Wortes) schreiendem Werbe-Content zu überdecken – ob es sich dabei jetzt um eine statische Anzeige oder einen Film handelt, dürfte den meisten Betrachtern erst einmal egal sein. Ich persönlich klicke derartige Aufdringlichkeiten in der Regel weg, ohne auch nur einen Blick auf das vorgestellte Produkt oder die Dienstleistung zu werfen. Es kommt also nicht nur auf die Qualität des Videos an, sondern auch auf das optimale Umfeld für die Präsentation. Denn wer lässt sich schon gerne von Störenfrieden was verkaufen. Der Kunde möchte letztendlich doch zumindest das Gefühl haben, seine Kaufentscheidungen in Ruhe und ohne Druck selbst zu fällen …

Karotten auf Äpfeln

Alte Mütterweisheit: Der Verzehr von Karotten soll für die Augen gut sein. Dass das gelbe Wurzelgemüse jedoch auch zum coolen Lifestyle-Objekt taugt, ist neu. Zu verdanken hat das die Karotte einem Apfel. Denn wer es einmal geschafft hat, sich als Protagonist einer App auf Apples iPhone zu etablieren, dem muss man zweifellos eine gewisse Hipness bescheinigen. Gemeinsam mit Crispin Porter & Bogusky hat der Gemüsehersteller Bolthouse Farms die Babykarotte aufs iPhone gebracht, um sie Lifestyle-orientierten Konsumenten als Junkfood schmackhaft zu machen. Natürlich gelingt das nicht, wenn die Gelberübe nur dekorativ in der Gegend herumliegt. Nein, die knackigen Vitaminschleudern drehen in dem iPhone-Werbespiel »Xtreme Crunch Cart« ordentlich auf: Der Spieler heizt mit seinem Einkaufswagen in atemberaubendem Tempo über Häuserschluchten hinweg, vollführt waghalsige Sprünge, nur um überall in der Stadt die nahrhaften Baby-Karotten einzusammeln. Bleibt nur zu hoffen, dass »Xtreme Crunch Cart«-Spieler ihre iPhone-Stunts nicht beim nächsten Gemüseeinkauf aufs reale Leben übertragen …

Gegenwärtig testen zahlreiche innovationsfreudige Anbieter von Consumer-Produkten das enorme Werbepotenzial von Mobile Games aus – oft im Rahmen aufwändiger crossmedialer Kampagnen. Meist geht es dabei ähnlich rasant zu wie in der Gemüsehatz der Bolthouse Farms. So lässt der deutsche Entwickler Fishlabs die User für Barclaycard eine Wasserrutsche hinabjagen oder lädt für VW zur virtuellen Probefahrt mit dem Spritspar-Modell Polo BlueMotion ein. Spiegel Online hingegen setzt mehr auf Köpfchen und wirbt in der iPhone-App „Spiegel Online Wissenstrainer“ mit anspruchsvollen Fragen aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten.

Problematisch: Im allgemeinen App-Fieber, das mit dem iPhone-Hype einhergeht, vergisst so mancher Werber, dass sich mit Apples Plattform nur ein relativ kleiner Teil der Zielgruppe erreichen lässt. So weist der aktuelle „Mobile Web Device Report“ von Netbiscuits darauf hin, dass das iPhone zu Beginn des Jahres in Deutschland gerade eine Marktdurchdringung von 28,64 % erzielte – dicht gefolgt von einem Nokia-Smartphone (24,35 %). Insgesamt zählte Netbiscuits im Januar 2010 in Deutschland 954 verschiedene mobile Endgeräte, mit denen User auf mobile Web-Angebote zugriffen. Wer also beim Werben ausschließlich auf iPhone-Apps setzt, lässt sich unter Umständen den größeren Teil seiner Zielgruppe durch die Lappen gehen. Software-Standards, die es erlauben, Programme ohne große Mühe und wirtschaftlichen Aufwand von einer Plattform auf jede beliebige andere zu portieren, können hier Abhilfe schaffen. Wünschenswert wäre das allemal: Es soll schließlich auch Symbians, Androids oder Badas geben, die von Zeit zu Zeit gerne an einer Karotte knabbern …

Der Bär im Büro

Büromaterial – auf den ersten Blick ein wenig aufregendes Thema. Das Beste dran ist, dass man es von der Steuer absetzen kann. So hab ich zumindest bis gestern gedacht. Doch YouTube hat mich eines Besseren belehrt und mir was zum Nachdenken gegeben: Haben Sie sich nicht auch schon immer wieder mal gefragt, was ein Bär mit Tippfehlern zu tun hat? Nein? Dann sollten Sie sich dringend mal mit dieser Problematik auseinandersetzen – schon weil es Spaß macht, aber auch weil es inspiriert und wieder einen erfrischend neuen Weg aufzeigt, was mit viralem Marketing alles möglich ist. 

Wer will auf YouTube schon ein interaktives Video sehen, auf dem ein Jäger einen Bären erschießt? Auch Sie haben daran sicher kein Interesse. Dann schreiben Sie die Geschichte des Filmchens „A Hunter Shoots a Bear!“ doch einfach um. Der Jäger hilft Ihnen sogar dabei, indem er mit dem Arm aus dem Video heraus nach Tipp-Ex greift und im Film-Titel das Wort „Shoots“ herauslöscht. Letzteres können Sie nun durch ein Wort Ihrer Wahl ersetzen und zuschauen, was Jäger und Bär auf Ihre Anweisungen hin machen. Die Ergebnisse sind oft unerwartet und immer für ein Schmunzeln gut. Selbst für den Fall, dass Sie ein unbekanntes Wort eingeben, haben sich die französische Agentur Buzzman und das Interactive Studio Grouek, die für das Video verantwortlich zeichnen, einen kleinen Gag ausgedacht. Mit Erfolg: Innerhalb kürzester Zeit ist der Bären-Spaß mehr als 2.700.000 Mal angeklickt worden.

So, und jetzt nachdem Sie sich das Video angesehen haben, versuchen Sie bitte, nicht an einen Bären zu denken. Sicher gelingt Ihnen das nicht. Aber für eine Weile wird Ihnen dabei auch Tipp-Ex nicht mehr aus dem Kopf gehen – und Ihnen künftig immer als Urheber dieser sympathischen, augenzwinkernden viralen Aktion im Gedächtnis bleiben.

Denkmal für einen Blumenkübel

Haben Sie Anfang August auch mitgelitten, als Unbekannte einen Blumenkübel vor dem Eingang des Antoniusstifts in Neuenkirchen zerstörten? 150 Euro Sachschaden! Ganz zu schweigen von dem ideellen Wert des Pflanzenbehältnisses. Die Münstersche Zeitung berichtete am 3. August in einer an und für sich unscheinbaren Meldung über den unerhörten Vorgang – nicht ahnend, welche Wellen die Geschichte im Anschluss bundesweit schlagen sollte.

Eine kleine Twitter-Meldung von einem Redakteur der Münsterschen Zeitung brachte das Ganze offenbar ins Rollen. Mit einem ungeheuren Tempo trugen Twitter-Follower und Facebook-Freunde die Blumenkübel-Geschichte weiter – und entfachten einen Hype, der schließlich sogar die ZDF-Online-Redaktion und Vertreter des Bundestags erfasste. Schon wenig später tauchten auf YouTube eine „Dramatisierte Lesefassung“ und im Popkultur-Blog Coffee and TV ein Blumenkübel-Song auf. Schließlich bekannte sich sogar eine Gruppe namens „Free the Flowers“ zu dem Anschlag.

Hunderte von Tweets, zig Blog-Einträge und mehr als 10.000 Freunde einer Blumenkübel-Seite auf Facebook: Niemand hatte das so beabsichtigt, schreibt die Münstersche Zeitung, der die Blumenkübel-Story laut Carta.info selbst um die 50.000 Seitenaufrufe bescherte. „Um eine Viralkampagne handelt es sich […] nicht, wie @BrandNewWelt uns am Nachmittag via twitter unterstellte“, schreibt das Blatt in seiner Online-Ausgabe.

Stellt sich die Frage: Wie konnte eine kleine, banale Lokalmeldung eine derartige Wirkung entfalten? Basiert das Ganze auf glücklichen Zufällen? Oder stecken dahinter doch Mechanismen, die sich für virale Marketingaktionen nutzen ließen? Genauestens analysieren sollte man das Phänomen allemal.

Zu Ihrer Beruhigung: Ein Würzburger Unternehmen hat dem Antoniusstift mittlerweile Ersatzkübel geschenkt. Und seien wir doch mal ehrlich: Ist der Neuenkirchener Blumenkübel wirklich weniger news-relevant als der Schulterblick von Paris Hilton oder das Outfit von Lady Gaga?

Das virale Lauffeuer

Heute schon mal „Gefällt mir“ geklickt? Oder „Teilen?“ Irgendeinen Artikel auf einem Online-Portal Ihren Freunden bei Facebook empfohlen, weil er Ihnen aus der Seele gesprochen hat? Oder gar einen witzigen Werbespot, den Sie gerade auf Youtube gefunden haben?

Millionen von Menschen klicken regelmäßig in aller Welt auf „Gefällt mir“ und „Teilen“ – nicht selten sogar mehrmals täglich. Und wer eine Botschaft im Internet geschickt platziert, kann damit ohne Weiteres ein regelrechtes Social-Media-Lauffeuer entfachen. Seine Nachricht in wenigen Stunden über alle Kontinente verbreiten. Aktuelles Beispiel: Die geheimen Afghanistan-Dokumente bei Wikileaks sind heute in aller Munde und werden sicher die eine oder andere weitreichende politische Veränderung provozieren. Ohne die immense Dynamik von sozialen Netzwerken wie Facebook würde es zweifellos viel länger dauern, bis derartige Dinge ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen könnten. Und dann wäre es womöglich schon wieder zu spät, um ordentlich Wirkung zu entfalten …

 Auch Werbung und Marketing profitieren von den ultraschnellen und megaeffizienten Kommunikationskanälen der sozialen Netzwerke. Und wenn sie es geschickt anstellen, müssen sie weder viel Zeit noch Millionenbudgets in entsprechende Kampagnen investieren. Denn dann erledigt die Netzgemeinde die Arbeit schon fast von selbst. So geschehen bei Ikea zur Eröffnung der neuen Filiale in Malmö im Herbst 2009. Die Agentur Forsman & Bodenfors in Göteborg platzierte kurzerhand ein Profil des Filial-Chefs Gordon Gustavsson in Facebook, pflasterte es mit Bildern von Ikea-Produkten zu und verband das Ganze mit einem Gewinnspiel: Wer als Erster ein Bild mit seinem Namen kennzeichnete, gewann das entsprechende Möbelstück. Der Clou: Wer auf ein Bild klickte, informierte damit gleichzeitig all seine Facebook-Kontakte von der Ikea-Aktion – nullkommanichts und mit minimalem Aufwand hatte Ikea auf diese Weise ein Millionenpublikum erreicht.

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SQUIDDS entfacht das Feuer

Es war heiß, sehr heiß am Mittwoch vergangener Woche. Als ich das Auto bestieg, betrug die Innenraumtemperatur heimelige 44 Grad Celsius. Ich schnappte nach Luft und machte mich auf den Weg … zu einem Kamingespräch

SQUIDDS, die Spezialisten für Technische Dokumentation mit Firmensitz am Nürnberger Hafen, hatten eingeladen zu einem konzentrierten Gedankenaustausch unter Experten, Entwicklern und Anwendern. Aufhänger für die Veranstaltung „Technische Dokumentation erleben“ war die Veröffentlichung von Adobes Technical Communication Suite 2.5, die Georg Eck, Inhaber der SQUIDDS People.Products.Passion. e.K., zum Anlass nahm, über ausgewählte neue Features des Software-Pakets zu informieren. Doch dabei blieb es nicht. Mit einer Reihe von anspruchsvollen, aber leicht verständlichen Beiträgen vermittelten Referenten der Unternehmen Acolada, Theorie3.De und CAP Studio ein umfassendes Bild dessen, was mit Technischer Dokumentation heute möglich ist. Die Optimierung des Workflows mit Hilfe von Content-Management-Systemen kam ebenso zur Sprache wie das Potenzial von 3D-PDF in der Katalogerstellung und eine kritische Würdigung des Dokumentenformats DITA. Abschließend ermutigte Georg Eck  dann noch zu einem Blick über den Tellerrand: Wie lassen sich Communities und Social Media in den Prozess der Technischen Dokumentation mit einbinden? Wie kann man sich die Vorteile moderner Online- und Mobile-Technologien in diesem Bereich noch stärker zunutze machen? 

Als ich nach dem Ende der Veranstaltung die SQUIDDS-Räumlichkeiten verließ und auf die Straße trat, hatte es immer noch über 30 Grad Celsius. „Technische Dokumentation ist tatsächlich ein heißes Thema“, schoss es mir durch den Kopf. Denn ich hatte beim Kamingespräch einen intensiven Einblick in Bereiche der Technischen Dokumentation erhalten, von deren Potenzial ich bislang noch viel zu wenig wusste. Viele Erkenntnisse und Anregungen gewann ich auch aus den entspannten, aber sehr lebhaften Diskussionen zwischen den Fachbeiträgen. Georg Eck, Inhaber der SQUIDDS People.Products.Passion. e.K., zeigte sich hochzufrieden mit dem Verlauf des Kamingesprächs: „Es ist sehr lange her, dass ich zum letzten Mal derart tiefgründige und inspirierende Diskussionen miterleben durfte.“ 

Der Erfolg des ersten SQUIDDS-Kamingesprächs macht Lust auf mehr. Umso größer die Freude der rund ein Dutzend Teilnehmer, als Georg Eck verkündete, weitere Veranstaltungen dieser Art folgen lassen zu wollen. Das nächste Kamingespräch könnte eventuell bereits im September oder Oktober stattfinden. Behalten Sie also jetzt schon mal die Neuigkeiten auf der SQUIDDS-Homepage im Auge. Es lohnt sich!

Warum Puma Pizza nicht mehr schmeckt

Es dürfte jedem klar sein: Bei der WM in Südafrika geht es nicht nur um Fußball. Irgendwie bei dem Spektakel dabei zu sein, kann dem (Marken-)Image einen gehörigen Schub verleihen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte von diesem Effekt profitieren. Es kann ja nicht schaden, sich nach dem Debakel der Bundespräsidenten-Wahl ein wenig im Glanz von Jogi Löws Nationalmannschaft zu sonnen, mögen sich ihre Berater gedacht haben. Und so wohnte Merkel dem 4:0-Sieg über Argentinien in Kapstadt höchstpersönlich bei. Eigentlich eine gute Gelegenheit, um vor Dutzenden von Kameras wieder mal ein wenig Volksnähe zu demonstrieren – wenn da nicht der bittere Beigeschmack wäre, dass Merkels Flug nach Südafrika in etwa zehn Jahresgehälter hart arbeitender Bürger an Steuergeldern verschlungen hat …

Nicht nur für Politiker, sondern auch für Unternehmen mit handfesten wirtschaftlichen Interessen ist die Fußball-Weltmeisterschaft ein zweischneidiges Schwert: Wer wie adidas auf die deutsche Mannschaft setzte, hat jetzt schon das große Los gezogen: die Fußballtrikots des Markenartikel-Herstellers gehen weg wie warme Semmeln und bescheren adidas im WM-Jahr vorausschichtlich ein Umsatz-Plus von 25 Prozent. Mitbewerber Puma hatte weniger Glück: er investierte 16,5 Millionen Euro in die Ausrüstung des Ex-Weltmeisters Italien – der dann prompt schon in der Vorrunde aus dem Rennen flog. Puma wird sich demnach wohl weder über die erhofften Einnahmen noch über einen Image-Gewinn freuen können. Besonders tragisch erwischte es bei der Weltmeisterschaft 2006 den fränkischen Spielwarenhersteller NICI, der das Maskottchen Goleo in Lizenz produzierte und u. a. wegen mangelnder Nachfrage noch vor Beginn der WM Insolvenz anmelden musste.

Eigentlich erschreckend, wie 90 Minuten Spielzeit nicht nur für Fußballerkarrieren, sondern auch für Wohl und Wehe ganzer Großkonzerne entscheidend sein können. Aber die Chancen auf einen Image-Gewinn scheinen trotz des enormen Risikos deutlich zu überwiegen. Anders lässt es sich kaum erklären, dass sich alle vier Jahre so viele Hersteller darum reißen, Lizenzprodukte auf den Markt bringen zu dürfen.

Am besten gleich als Marke starten

Ein sportliches Programm: Fünf Euro von der Sparkasse als Startkapital und dann innerhalb von sechs Wochen eine Firma gründen. Mit eigener Geschäftsidee, Businessplan, Anmeldung und allem drum und dran. Der 5-Euro-Businessplan-Wettbewerb soll Studierenden die Möglichkeit geben, neben der grauen Theorie schon möglichst früh die Gesetze des Marktes hautnah in der Praxis kennenzulernen – ideal für alle, die vom eigenen Unternehmen träumen, sich aber nicht völlig unerfahren ins Abenteuer der Existenzgründung stürzen wollen.

Matthias Brinkmann, Geschäftsführer der Nürnberger Agentur 2be_markenmacher, veranschaulichte den Teilnehmern des Wettbewerbs in Bamberg und Bayreuth, wie wichtig es ist, schon bei der Unternehmensgründung an die eigene Marke zu denken. Es ist eben nicht nur das pfiffige Produkt, das den Erfolg ausmacht, sondern es geht auch um Faktoren wie Kommunikation, Vertrauen und Leidenschaft, wie man sich nach außen präsentiert. Wenn hier alles zusammenpasst, hat man meist gewonnen. Das ist die Macht der Marke. Und die hilft schon dabei, den Banker davon zu überzeugen, dass man unbedingt das Darlehen braucht, um diese unglaublich geile Geschäftsidee zu verwirklichen.

Die Studenten in Bamberg und Bayreuth waren mit Feuereifer dabei und schätzten die praktischen Erfahrungen, die sie im Lauf ihrer Projekte machen durften. Die schärften nämlich den Sinn für potenzielle Schwachstellen im eigenen Konzept und stachelten dazu an, kreative Problemlösungen zu entwickeln. Denn am Ende zählt nur eines: der Verkaufserfolg. Und über den entscheidet nun mal maßgeblich die Marke.

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