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Der King wackelt wieder

Erinnern Sie sich noch an den TV-Werbespot von Audi, in dem eine Elvis-Wackelfigur auf dem Armaturenbrett die Hauptrolle spielte? Die Aktion war ungeheuer erfolgreich: Der King als Wackel-Ikone fürs Auto wurde mit einem Schlag zum Kultobjekt, und das kleine Plastikmännchen verkaufte sich wie geschnitten Brot. Kaum eine Straße, kaum ein Parkplatz, kaum eine Kreuzung, an der man nicht in Dutzenden von Fahrzeugen zusehen konnte, wie Elvis die Hüften kreisen ließ.

Audi versteht es, Werbemittel nachhaltig einzusetzen – und Kreativität, Humor und Coolness als prägende Kennzeichen der Marke wirken zu lassen. Längst vergessen geglaubt, holt Audi den King nun noch einmal hervor, um Facebook-User auf die Seite des Ingolstädter Autobauers zu locken: Der letzte verfügbare Wackel-Elvis aus den Werbespots soll im Rahmen eines Gewinnspiels einen liebevollen „Paten“ finden.

„Eine Ikone sucht ihren größten Fan und ein neues Zuhause“ heißt die Aktion, bei der sich User per Foto als die besten Paten für Elvis bewerben können. Wer bis 27. Oktober das coolste Foto an facebook@audi.de einschickt, hat gute Chancen, Besitzer des letzten Wackel-Elvis zu werden. Die bisherigen Einsender beweisen Humor, Mut zum Trash und Unbestechlichkeit: Vom zugemüllten Schreibtisch bis zum Cockpit eines Passagierflugzeugs sind die unterschiedlichsten, nicht immer „Audi-affinen“ Lebensräume für den alten Elvis vertreten. Ein User gelobt gar, im Auto einen Altar zu errichten und jeden Tag für den King ein Räucherstäbchen zu entzünden.

Ein geschickter Schachzug von Audi: Stellte schon der Wackel-Elvis-Werbespot eine untrennbare Verbindung der Automarke mit dem zeitlosen Rock`n´Roll-Idol her, macht Audi jetzt seine TV-Werbung selbst zum Kult, der locker die Jahre überdauert. Auch „Vorsprung durch Technik“ kommt eben nicht ohne ausgeprägte Tradition und Geschichte aus …

Facebook kommt in die Jahre

Wie lange hat man Fans? Wie dauerhaft sind Freundschaften? Im Zeitalter sozialer Online-Netzwerke haben Begriffe wie „Freundschaft“ eine völlig neue Bedeutung bekommen – begleiten uns Freunde im realen Leben bislang oft über Jahrzehnte hinweg, stehen und fallen die Kontakte zu virtuellen „Freunden“ nicht selten mit dem Erfolg des sozialen Netzwerks, in dem man mit ihnen die Verbindung geknüpft hat. Facebook ist – gegenwärtig – die ideale Plattform, um alte Freundschaften neu zu beleben, Kontakte zu geschätzten Menschen in aller Welt zu pflegen und neue Bekanntschaften zu schließen. Doch so universell das System Facebook auf den ersten Blick wirken mag, ist es dann doch nicht. Die einen stören sich an ungelösten Problemen des Datenschutzes, Business-User fürchten eine unerwünschte, schleichende Vermengung von beruflichen und privaten Inhalten, andere wiederum vermissen weitreichende Möglichkeiten der individuellen Anpassung.

So wird sicher auch in Zukunft eine breite Vielfalt unterschiedlichster Netzwerke existieren, die gezielt völlig verschiedene Alters- und Interessengruppen bedienen können. Auch wenn der Blog MediaWeek kürzlich einige hoffnungsvolle Projekte im Netz aufgestöbert hat, ist derzeit schwer abzusehen, wohin die Entwicklung letztendlich führen wird – schließlich verändern sich auch die Ansprüche und Bedürfnisse der User mit den sich rasch wandelnden technischen Möglichkeiten. Viele Projekte, die noch vor nicht allzu langer Zeit als Offenbarungen gehandelt wurden, fristen heute bereits ein klägliches Nischendasein oder wurden komplett eingestellt. Kaum ein Hahn kräht heute beispielsweise noch nach Second Life. Und erst vor wenigen Wochen hat Google sein Projekt „Wave“ ad acta gelegt. Auch die Begeisterung für einst hochgelobte Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn scheint gegenwärtig spürbar abzuebben. 

Ob Moshi Monsters für Kinder, mGage für Marketing-Leute oder der vielseitige Aggregator TweetDeck – niemand kann sagen, ob sich einer dieser Ansätze auf Dauer bewähren wird. Gerade angesichts der aktuellen Diskussion um die Datensammelwut und den mangelhaften Schutz der Privatsphäre bei Plattformen wie Facebook dürfte allerdings für viele User das Netzwerk Diaspora interessant sein. Das Open-Source-Projekt auf Peer-to-Peer-Basis will dem User die Kontrolle über seine Daten zurückgeben und wird bereits jetzt als künftiger, scharfer Facebook-Konkurrent gehandelt. Doch auch für diesen Fall gilt: Was heute vielversprechend wirkt, kann im Web morgen schon wieder veraltet sein. Das Positive daran: Das Netz ist voller Leben. Und so wird auch das virtuelle Dasein in sozialen Netzwerken in nächster Zeit kaum der Langeweile und Alltagsroutine anheimfallen.

Der Bär im Büro

Büromaterial – auf den ersten Blick ein wenig aufregendes Thema. Das Beste dran ist, dass man es von der Steuer absetzen kann. So hab ich zumindest bis gestern gedacht. Doch YouTube hat mich eines Besseren belehrt und mir was zum Nachdenken gegeben: Haben Sie sich nicht auch schon immer wieder mal gefragt, was ein Bär mit Tippfehlern zu tun hat? Nein? Dann sollten Sie sich dringend mal mit dieser Problematik auseinandersetzen – schon weil es Spaß macht, aber auch weil es inspiriert und wieder einen erfrischend neuen Weg aufzeigt, was mit viralem Marketing alles möglich ist. 

Wer will auf YouTube schon ein interaktives Video sehen, auf dem ein Jäger einen Bären erschießt? Auch Sie haben daran sicher kein Interesse. Dann schreiben Sie die Geschichte des Filmchens „A Hunter Shoots a Bear!“ doch einfach um. Der Jäger hilft Ihnen sogar dabei, indem er mit dem Arm aus dem Video heraus nach Tipp-Ex greift und im Film-Titel das Wort „Shoots“ herauslöscht. Letzteres können Sie nun durch ein Wort Ihrer Wahl ersetzen und zuschauen, was Jäger und Bär auf Ihre Anweisungen hin machen. Die Ergebnisse sind oft unerwartet und immer für ein Schmunzeln gut. Selbst für den Fall, dass Sie ein unbekanntes Wort eingeben, haben sich die französische Agentur Buzzman und das Interactive Studio Grouek, die für das Video verantwortlich zeichnen, einen kleinen Gag ausgedacht. Mit Erfolg: Innerhalb kürzester Zeit ist der Bären-Spaß mehr als 2.700.000 Mal angeklickt worden.

So, und jetzt nachdem Sie sich das Video angesehen haben, versuchen Sie bitte, nicht an einen Bären zu denken. Sicher gelingt Ihnen das nicht. Aber für eine Weile wird Ihnen dabei auch Tipp-Ex nicht mehr aus dem Kopf gehen – und Ihnen künftig immer als Urheber dieser sympathischen, augenzwinkernden viralen Aktion im Gedächtnis bleiben.

Eigen-Werbung: der pure Horror

Geben Sie’s zu, auch Sie sind ein bisschen eitel. Jeder von uns ist es. Und wir fühlen uns geschmeichelt, wenn unser Name irgendwo lobend in einer Zeitung erwähnt wird. Wenn wir im Fernsehen zufällig einen Haarbüschel von uns in einer Menschenmenge entdecken. Oder wenn wir gar mal als Statist in einer Filmproduktion für Sekundenbruchteile durchs Bild huschen dürfen.

Natürlich nutzt Werbung seit jeher gezielt unsere narzisstische Ader aus. Und jetzt, in der Zeit der sozialen Netzwerke, wird das alles sogar noch viel einfacher – und wirkungsvoller. Der Schweizer TV-Anbieter Swisscom TV beispielsweise macht Facebook-User zu Filmstars: Ein paar Mausklicks genügen, und schon ziert der eigene Name Vorspann und Credits des hollywoodreif inszenierten Horrorfilm-Trailers „Lost in Val Sinestra“. Man fungiert dabei als Produzent des gelungenen Streifens und agiert gleichzeitig als Oberbösewicht. Das Hochladen des eigenen Porträtfotos bereitet einen Schockmoment vor, der sich gewaschen hat.

Doch damit nicht genug: Während der User sein persönliches „Lost in Val Sinestra“ kreiert, können automatisch oder manuell Facebook-Nutzer aus der Freundesliste als Darsteller integriert werden. Und damit hat Swisscom TV sein virales Ziel schon fast erreicht.

„Schaut mal, wir sind alle gemeinsam in einem Film“, werden die meisten „Produzenten“ ihr Machwerk zumindest an die „Schauspieler-Kollegen“ unter den Facebook-Freunden weiterleiten. Wahrscheinlich bekommt jedoch der gesamte Bekanntenkreis den Horrorstreifen zu sehen. Die allgemeine Begeisterung schlägt hohe Wellen, dutzende weiterer Versionen von „Lost in Val Sinestra“ werden zusammengestöpselt und in alle Welt verschickt. Im Abspann des Trailers lockt dann das Swisscom-TV-Logo zum Anklicken – in der Hoffnung, dort weiteres Material zum Gestalten eigener Filme zu finden. Doch letztendlich landet dann jeder User auf der Homepage des Schweizer Unternehmens und kann sich in aller Ruhe über das umfangreiche TV-Angebot informieren.

Auch ich bin den Schweizern in die virale Falle gegangen – und es hat Spaß gemacht, die eigenen Freunde und sich selber in einem professionell produzierten Trailer zu sehen. Wenn ich jetzt noch auf der Suche nach einem Film-TV-Anbieter wäre …

Das virale Lauffeuer

Heute schon mal „Gefällt mir“ geklickt? Oder „Teilen?“ Irgendeinen Artikel auf einem Online-Portal Ihren Freunden bei Facebook empfohlen, weil er Ihnen aus der Seele gesprochen hat? Oder gar einen witzigen Werbespot, den Sie gerade auf Youtube gefunden haben?

Millionen von Menschen klicken regelmäßig in aller Welt auf „Gefällt mir“ und „Teilen“ – nicht selten sogar mehrmals täglich. Und wer eine Botschaft im Internet geschickt platziert, kann damit ohne Weiteres ein regelrechtes Social-Media-Lauffeuer entfachen. Seine Nachricht in wenigen Stunden über alle Kontinente verbreiten. Aktuelles Beispiel: Die geheimen Afghanistan-Dokumente bei Wikileaks sind heute in aller Munde und werden sicher die eine oder andere weitreichende politische Veränderung provozieren. Ohne die immense Dynamik von sozialen Netzwerken wie Facebook würde es zweifellos viel länger dauern, bis derartige Dinge ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen könnten. Und dann wäre es womöglich schon wieder zu spät, um ordentlich Wirkung zu entfalten …

 Auch Werbung und Marketing profitieren von den ultraschnellen und megaeffizienten Kommunikationskanälen der sozialen Netzwerke. Und wenn sie es geschickt anstellen, müssen sie weder viel Zeit noch Millionenbudgets in entsprechende Kampagnen investieren. Denn dann erledigt die Netzgemeinde die Arbeit schon fast von selbst. So geschehen bei Ikea zur Eröffnung der neuen Filiale in Malmö im Herbst 2009. Die Agentur Forsman & Bodenfors in Göteborg platzierte kurzerhand ein Profil des Filial-Chefs Gordon Gustavsson in Facebook, pflasterte es mit Bildern von Ikea-Produkten zu und verband das Ganze mit einem Gewinnspiel: Wer als Erster ein Bild mit seinem Namen kennzeichnete, gewann das entsprechende Möbelstück. Der Clou: Wer auf ein Bild klickte, informierte damit gleichzeitig all seine Facebook-Kontakte von der Ikea-Aktion – nullkommanichts und mit minimalem Aufwand hatte Ikea auf diese Weise ein Millionenpublikum erreicht.

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Wie Marken Ohren strapazieren können

Uff, ein bisschen hübscher hätte ich mir das schon vorgestellt. Ich kopiere versuchsweise die URL von www.coca-cola.de in das Eingabefeld von www.codeorgan.com und warte, bis die virtuelle Orgel den Code der Coca-Cola-Website in Musik umgerechnet hat. Nein, das klingt nicht nach spritzigem Sommersonnenfeeling wie in der TV-Werbung: da holpert ein Drumloop unbeholfen vor sich hin, darüber wabern synthetische Streicherklänge. Melodie? Keine Spur.

Ich versuche es noch mit anderen Marken-Websites: www.adidas.de zum Beispiel. Oder www.siemens.de. Letztere erschöpft sich klangmäßig in einem einzigen Ton und ein paar verebbenden Hi-Hat-Zischern.

Nein, das witzige Lärminstrument Codeorgan, das die Codes von Websites nach einem raffinierten System in Klänge umsetzt, schreibt nicht den Soundtrack für Ihr Unternehmen. Die musikalische Kreativität der Orgel hat es nicht so mit Harmonie oder dynamisch groovenden Beats, die eine Marke akustisch attraktiver machen könnten. Ein bisschen erinnern die Ergebnisse an den Youtube-Kult der „Shreds“, bei dem virtuose Musiker mit einer neuen, „andersartigen“ Tonspur unterlegt werden. Dabei mutiert schon mal ein Ausnahme-Gitarrist wie Paco de Lucia zum blutigen Anfänger-Poser.

Zum Schluss hab ich mir von der Codeorgan noch www.angela-merkel.de in Musik übersetzen lassen. Da hat’s mir dann endgültig die Schuhe ausgezogen …

Die Bio-Masse

Das waren noch Zeiten, als Anbieter von biologisch angebauten Lebensmitteln als Exoten und „Öko-Spinner“ betrachtet wurden und der Gang in den Bioladen fast schon einem anarchistischen Akt gleichkam. Damals strickten die Grünen noch im Bundestag, hatten lange Haare, Zottelbärte und leisteten Amtsschwüre in Turnschuhen.

Heute trägt Joschka Fischer teure Anzüge und arbeitet für BMW – und auch die Bio-Branche ist im Mainstream angekommen: Drogeriemärkte und Discounter haben mittlerweile ganz selbstverständlich Bio-Produkte im Regal, oft sogar vertrieben unter eigenen Marken. Traditionelle Hersteller zeigen gegenüber „Bio“ keinerlei Berührungsängste mehr und offerieren selbst entsprechende Produktreihen. Die Tage, in denen sich ein Anbieter ausschließlich über das Label „Bio“ als Qualitäts- und Alleinstellungsmerkmal wirkungsvoll von der Konkurrenz abheben konnte, sind also ein für allemal vorbei.

Wenn aber alles Bio ist, heißt es im Wettbewerb nicht mehr „Bio gegen Konventionell“, sondern „Bio gegen Bio“. Das bedeutet, Bio-Anbieter müssen andere, neue Kriterien finden, mit denen sie das Profil ihrer Marken schärfen können, wenn sie ihre Margen nicht ausschließlich über konkurrenzlos günstige Preise sichern wollen. Denn ein Preiskrieg, der sich zwangsläufig auch in geringerer Produktqualität niederschlagen würde, wäre gerade in der Bio-Branche fatal.

Bio-Hersteller stehen gegenwärtig vor einer Situation, die ein Umdenken erforderlich macht: Idealismus und umweltfreundliche Produktpolitik allein reichen nicht mehr, um im Haifischbecken des „Business“ zu bestehen. Es gilt, die Gesetze des Marktes nicht zu verteufeln, sondern für sich nutzbar zu machen. Und das gelingt nur durch die Kommunikation eines klaren, eigenständigen Markenprofils.

Marke mit Herkunftsgarantie

Hand aufs Herz: Wenn wir jemanden kennenlernen, wollen wir wissen, wo er herkommt. Welchen persönlichen Hintergrund er hat. Welche Geschichte die Persönlichkeit ausmacht. Und wenn einer ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit macht, sind wir geneigt zu denken, da ist was faul. Das Vertrauen erleidet Schiffbruch.

Warum sollte es bei Produkten anders sein. Gerade in Zeiten der Lebensmittelskandale, der Vertuschungen, der Gewinnmaximierung auf Kosten der Qualität wollen wir sichergehen, was wir kaufen. Woher das Produkt kommt, das wir mit nach Hause nehmen. Schluss mit den Etikettenschwindeln, wir wollen endlich wissen, wie wir die „guten“ Hersteller von den schwarzen Schafen unterscheiden können!

Findige Werber wie Leagas Delaney in Hamburg haben erkannt, dass es nicht mehr reicht, die Vorzüge eines Produkts anzupreisen. Denn die Verbraucher sind misstrauisch geworden. Es gilt also herauszufinden, wie sich mit einer Marke das Vertrauen des Konsumenten gewinnen lässt. Indem man zuhört, was den Kunden auf den Nägeln brennt. Und dann mit offenen Karten spielt.

Im Falle von Lebensmitteln geht es den Konsumenten zunehmend um Themen wie Nachhaltigkeit, Freiheit von chemischen Zusätzen oder genmanipulierten Stoffen. Umweltschutz und gesunde Ernährung. Die Sicherheit, dass kein Industriemüll auf dem eigenen Teller landet. Leagas Delaney antwortet darauf mit der Entwicklung der Bio-Tiefkühlmarke Followfish für den Hersteller Fish & More. Das Prinzip: Vertrauen schaffen, indem man dem Kunden detailliert den Produktionsweg vom Fanggrund bis zum Tiefkühlregal offenlegt. Dies geschieht mit Hilfe eines Tracking-Codes, den der Kunde auf jeder Packung findet und mit dem sich über die Website des Herstellers die Herkunft des gekauften Fisches bis ins Detail nachvollziehen lässt. Einziger Nachteil: Man muss das Produkt erst kaufen, um den Code prüfen zu können. Wünschenswert wäre, dass der Kunde dies bereits direkt im Laden tun könnte.

Followfish kommt beim Konsumenten gut an. Auch wenn die Produkte etwas hochpreisiger sind als andere Tiefkühlfischerzeugnisse. Aber Ehrlichkeit währt eben doch am längsten – und tut obendrein der Marke gut.

Heinz geht Surfen

Eine rote Soße, die man über die Frikadelle kippt – was soll daran spannend sein? Ketchup-Hersteller Heinz zeigt es uns. Denn auch wenn Heinz ein altes Traditionsunternehmen ist, geht es doch mit der Zeit und hat sich ein Gespür für frische Werbeformen bewahrt.

Alle reden von dem Werbepotenzial, das in den Social Communities steckt. Da wird viel herumgespielt und experimentiert. Auch Heinz engagiert sich hier – in kleinen, gezielten und offenbar sehr wirkungsvollen Aktionen. Warum  das so gut funktioniert? Weil Heinz die User dazu anstachelt, selbst aktiv zu werden und ihre Kreativität unmerklich in den Dienst der Werbung zu stellen …

Im Juni vergangenen Jahres ließ Heinz in einem viralen Werbespot so mitreißend auf Ketchup-Flaschen herumtrommeln, dass die Füße der Internet-User nur so mitwippten – an die 250.000 Mal wurde der Spot in vier Wochen aufgerufen. Er verwies wiederum auf die Microsite www.room57.de, auf der man selbst seine eigenen Videos kreieren und an einem Wettbewerb teilnehmen konnte.

Parallel dazu wurde der neue, flash-basierte Heinz-Internetauftritt gestartet – komplett mit Links zu user-generierten Beiträgen. Hinzu kommen interaktive Elemente wie eine Fan-Page auf Facebook oder eine Abstimmung über die Optik des neuen Flaschenetiketts – der Consumer wird dadurch in die Lage versetzt, die Marke aus seiner eigenen Perspektive zu erleben und zu erforschen, statt „von außen“ ein Markenbild „aufgedrückt“ zu bekommen. Dass diese Form der Markenerfahrung ankommt, zeigt sich an der regen Beteiligung an den genannten Aktionen.

Und bald wird es draußen wieder sonniger und wärmer – die nächste Grillsaison steht vor der Tür. Undenkbar ohne Ketchup und Grillsoßen. Da werden neue coole Internet-Aktionen von Heinz wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen …

Mehr als nur Gezwitscher?

Wie machen Neuigkeiten am schnellsten die Runde? Heute zweifellos über Twitter – spätestens seit das Ergebnis der letzten Bundespräsidentenwahl bereits vorab über Twitter bekannt wurde, ist das soziale Netzwerk auch ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gedrungen. Von vielen heute noch als Austauschplattform von persönlichen Belanglosigkeiten verspottet, ist Twitter gerade dabei, seine „Spielphase“ zu überwinden und sein Potenzial für effizientes Marketing im Business-Bereich aufzuzeigen.

Mit Twitter gewinnen Unternehmen einen weiteren effizienten Kanal hinzu, mit dem sie sich selbst optimal nach außen präsentieren und blitzschnell mit Kollegen, Kunden oder Geschäftspartnern kommunizieren können. Dafür gilt es jedoch einige Regeln zu beachten – die wichtigste davon lautet: „Bringe Deine Message so knapp auf den Punkt wie möglich!“ Um Follower zu gewinnen, müssen Informationen prägnant, hochaktuell und transparent dargeboten werden.

Die zweite Regel: Twitter funktioniert erst in Verbindung mit anderen Informationsangeboten richtig gut: Rege Twitter-Kommunikation kann den Traffic auf der Unternehmens-Website in die Höhe schnellen lassen, wenn dort – gut gepflegt und stets auf dem neuesten Stand – laufend interessanter Content geboten wird. Geschickt platzierte Verweise auf Blogeinträge, Online-Videos oder neue Projekte können hier für permanente Aufmerksamkeit sorgen. Und Interessenten, die die Erfahrung machen, dass über Twitter auf ihre Wünsche und Anregungen umgehend reagiert wird, dürfte der Schritt zum Kauf eines Produkts schon wesentlich leichter fallen.

Bald wird es zweifellos heißen: Zwitschern gehört zum Geschäft. Deshalb nutzt die Nürnberger Agentur 2be_die markenmacher bereits heute den neuen Kommunikationskanal. Werden Sie doch auch unser Follower: twitter.com/2bemarkenmacher

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