Aprilscherz zum Markenkult
Der Online-Shop ThinkGeek verkauft alles, was das Techie-Herz begehrt: vom Star-Trek-Pizzaschneider über essbare iPhone-Hüllen bis hin zum Fußabstreifer mit der IP-Adresse des eigenen WLAN-Routers reicht das Sortiment. Doch pünktlich zum 1. April hatte der nerdige Laden ein neues spektakuläres Produkt im Angebot: Zu Preisen zwischen knapp 50 und 180 US-Dollar war der Playmobil Apple-Store verfügbar – das perfekte Ostergeschenk für den Nachwuchs von Steve-Jobs-Jüngern in aller Welt. Schon die Kleinsten muss man schließlich frühzeitig auf die tolle Konsumerfahrung in einem jener stylischen Apple-Paläste vorbereiten, vor denen sie selbst in etwa 20 Jahren fiebernd Schlange stehen werden, um zu den Ersten zu gehören, die das neue iGadget in Händen halten dürfen.
Der Playmobil Apple-Store wurde bildschirmfüllend und höchst professionell auf dem ThinkGeek-Portal beworben – komplett mit Videopräsentation, die die Vorzüge des Spielzeugs in typisch hochtrabender Apple-Manier („so intuitive!“) von smarten, fröhlich gekleideten, politisch korrekten Menschen ins rechte Licht rücken lässt. Das Set enthält sogar eine Steve-Jobs-Figur und auf der Playmobil-Seite liegt angeblich ein Audio-File mit einer Keynote Speech zum Download bereit. Als Zusatzpack ist eine Menschenschlange erhältlich, die geduldig vor dem Laden wartet, bis sich die Tür in die glitzernde Apple-Welt öffnet … und wer jetzt Blut geleckt hat und auf den „Kaufen“-Button klickt, erfährt die brutale Wahrheit: Die Kooperation der Kultmarken Apple und Playmobil gibt es (bislang) noch nicht – der Playmobil Apple-Store ist nichts weiter als ein hervorragend gemachter Aprilscherz.
Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich der ThinkGeek-Link zum Spielzeug-Apple-Store über Facebook und Blogs verbreitete, dürften jedoch sowohl Playmobil als auch Apple von dieser netten Konsum-Satire profitieren. Und ThinkGeek hat mittlerweile mehr als 43.000 „Gefällt“-Klicks von Facebook-Nutzern eingeheimst. Drei auf einen Streich: Selten war virale Markenwerbung effizienter und witziger – und ein kleiner Schuss Selbstironie setzt sich im Langzeitgedächtnis des potenziellen Kunden zweifellos als positives Signal fest. Eine sehr gelungene Aktion, vor der man nur den Hut ziehen kann.
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