Eine gute Tat – auch für die Marke
Wer anderen etwas Gutes tut, profitiert auch selber davon. Das gilt im privaten Bereich, aber noch viel mehr im öffentlichen Leben. Gut zu sehen an Bill Gates und Microsoft. Noch vor wenigen Jahren als das personifizierte Böse verschrien, haben sich die Wogen um den amerikanischen Mega-Konzern in letzter Zeit spürbar geglättet – sicherlich auch weil der schwerreiche Firmengründer Bill Gates mit seinem vielfältigen karitativen Engagement nicht mehr so überzeugend als Buhmann taugt. Jetzt, angesichts seiner spektakulären Initiative mit Warren Buffett, weltweit Spenden in Millionenhöhe zu sammeln, mag das mancher als geschickt eingefädelte PR-Aktion abtun. Doch letztendlich ist es der Zweck, der die Mittel heiligt – und hier gleich in doppelter Hinsicht: Die Gesellschaft profitiert von der Großzügigkeit der Spender und Letztere werden auf längere Sicht dann doch eher als Wohltäter im Gedächtnis bleiben – was wiederum den Unternehmen, mit denen sie assoziiert werden, einen gehörigen Image-Schub verleiht. Das Beispiel Microsoft scheint diese These zumindest teilweise zu bestätigen.
Dass es auch andersherum geht, zeigt Apple: Während Produkte des Unternehmens aus Cupertino nach wie vor in gewissen Kreisen Kultstatus genießen, ist das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit lange nicht mehr so makellos wie zu Beginn. Anfangs oft als idealistischer David dargestellt, der gegen den übermächtigen, geldgierigen Goliath Microsoft antritt, macht Apple in letzter Zeit eher durch Kundengängelung, iPhone-Bugs und ausbeuterische Arbeitsbedingungen an fernöstlichen Produktionsstätten von sich reden. Und Steve Jobs wird immer öfter das Image eines Kontroll-Freaks zugeschrieben – von Wohltäter keine Spur. Noch funktioniert das Apple-Modell bestens – doch die glänzende Fassade hat deutliche Risse bekommen. Auf lange Sicht könnten sich diese zu einem verheerenden Image-Schaden ausweiten. Hier wäre es für die sonst so clevere Apple-Marketing-Abteilung höchste Zeit gegenzusteuern. Etwas soziales Engagement abseits des unmittelbaren Unternehmenszwecks würde hier zweifellos Wunder wirken …
Überhaupt: Soziales Engagement tut jeder Marke gut – es müssen ja nicht gleich Millionenbeträge sein. Gerade in Zeiten, in denen viele Unternehmen wegen ihrer ausschließlichen Fokussierung auf Gewinnmaximierung in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt werden, ist es sinnvoll, beispielsweise als Sponsor sozialer Projekte Flagge zu zeigen. Viele Unternehmen haben das bereits erkannt und spüren selbst den positiven Effekt. Denn die Marke lebt nicht nur von Rekordumsätzen, sondern auch von Menschlichkeit.
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